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Der Umgestaltete
Missgestalte
Oper von
Alexander Sterzel [1993]
nach einem Textfragment von
Lord Byron
[Alexander Sterzel, Composer/Conductor,Tapes]

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Im Frühjahr 1993 erhielt ich den Auftrag für die Asperger Musikwoche eine Komposition zu schreiben, die am Eröffnungsabend aufgeführt werden sollte. Außerdem bat man
mich, ebenfalls für diesen Abend eine Ausstellung meiner Bilder in der Galerie des
"Glasperlenspiel" in Asperg vorzubereiten. Ohne groß darüber nachzudenken,
sagte ich zu, auch wenn bis zum Aufführungstag nur noch 5 Monate an Zeit übrig war.

Mir fiel dann ein Fragment von Lord Byron mit den Titel "the deformed
transformed" in die Hände, was ich zum Gegenstand meiner Oper machte. Ich bat
meinen Freund Rüdiger Frank die Hauptrolle zusammen mit Jens Heckermann und Stephy Klapka
zu übernehmen. Daraufhin rief ich ca.15 Musiker an, und alle wollten mitmachen.
So wurde mein Bühnenwerk also 1993 in Asperg im "Glasperlenspiel"
uraufgeführt. Der Süddeutsche Rundfunk machte einen Mitschnitt als Fernsehnproduktion.
Ende 1995 wurde das Stück von mir abgesetzt. Seither arbeite ich am
"Zarathustra-Projekt"

Folgende Musiker und Schauspieler wirkten mit:
Rüdiger Frank, Jens Heckermann, Stephy Klapka, Uli Müller (Tb/Sax), Frank Braun ( Tenor
Sax), Holger Götz (Piano/Synth/Tp.), Boris Chelikovic (g.), Dominik Gückel
(Tuba), Christoph Sauer (E-Bass) Lothar Sieb ( Bass), Tina Labitzke ( Viola), Barbara
Weiss ( Viola) Frerk Schulz-Klein ( Violoncello) Steffen Kahles ( Drums) Günther
Oettinger (Bass) Alexander Sterzel ( Conductor/Tapes)
Ich danke an dieser Stelle Horst Maßholder der leider im Oktober 2000 starb, und der
einen großen Beitrag dazu geleistet hat, dass dieses Projekt realisiert wurde.
(
Ludwigsburger Kreiszeitung - 22.11.1994 )
Beim Inzest kam Oper zum Höhepunkt
Alexander Sterzels Bühnenstück um einen Krüppel im Skala Aufgeführt

Für Jazz-, Theater-, Kleinkunst, Rock-, und Kinofreunde, die sonst das Skala-Theater
frequentieren, gehörte eine Menge Mut dazu, mit einem Opernabend an gute Unterhaltung zu
glauben. Die rund 200 Zuschauer mußten zumeist feststellen, daß das Werk Der
umgestaltete Mißgestalte" von Alexander Sterzel nichts gemein hatte mit diversen
Darbietungen à la Orfeo", Freischütz".
Die Texte zu dieser Zeitgenössischen Oper stammen vom englischen Romantiker Lord Byron (
1788-1823), die von Alexander Sterzel aufgegriffen wurden und um die er seine Vorstellung
von Musik komponierte. In dem mit musikalischen Mitteln recht vielseitig gestalteten
Bühnenstück dominierten im kleinen Orchester" - das Ensemble für freie
Suche baden-Württemberg" - nicht nur solistische Einlagen sowie
Tonband-Zusammenschnitte von diversen akustischen Effekten, sondern auch Dichtung, Gesang
und Schauspiel.
Drei Personen bildeten das schauspielerische Bühnengeschehen. Rüdiger Frank spielte den
Krüppel, der mit dem Satan ( Jens Heckermann) den Körper tauscht, sich an seiner ihn
vorher verachtenden und menschenunwürdig handelnden Mutter (Stephy Klapka) rächt, mit
der er Inzest treiben kann, weil sie ihn im neuen Körper nicht erkennt. Das Resultat: Der
Krüppel bekommt als Sohn und Bruder eine neue Mißgestalt, die ihm aufs Haar gleicht und
teuflische Züge in sich trägt.
Alexander Sterzel, der wegen eines erst tags zuvor erlittenen Bruchs des rechten
Mittelfingerknochens beinahe die Ludwigsburger Aufführung hätte schmeißen müssen,
überarbeitete zusammen mit Rüdiger Frank die Textpassagen des im Jahre 1823 entstandenen
Byron-Werkes The deformed transformed".
Stark gespielt wurden alle drei Personen. Jens Heckermann erlebte man in einer ganz
ungewohnten Rolle. Der ehemalige Frontman der Rockgruppe Vaseline Joystick"
bewies darstellerische Fähigkeiten.Dem Künstler gelang es zusammen mit den Ensemble, die
Inzest-Aktion als Opern-Höhepunkt darzustellen. Aus einer scheinbaren Töne-Ordnung brach
das Klanggebilde in völliges Chaos zusammen.Eine fantastische Untermalung gelang beim
Libretto des Krüppels bei den ersten Dialogen mit seiner ihn verachtenden Mutter. Erst
bei der Verwandlung war ein erster Schlußakkord in Dur vernehmbar - ein Hoffnungsschimmer
für den nach Liebe und menschenwürdigkeit lechzenden Mißgestalteten, der sich
letztendlich als trügerisch erwies. (sta) |
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